Schlagwort: Spastik

Das Wort „Spastik“ leitet sich vom griechischen Wort „spasmos“ her, das wörtlich übersetzt „Krampf“ bedeutet. Gemeint ist damit eine erhöhte Muskelspannung, die eine normale Bewegung behindert.
Ursachen: Durch eine Schädigung im Gehirn oder im Rückenmark fehlen dem Zentralnervensystem dämpfende Impulse. Dies führt dazu, dass die Muskelspannung ungebremst einschießen kann.
Eine Spastik ist nicht willentlich kontrollierbar und kann Schmerzen verursachen. Die Therapie einer Spastik besteht in physiotherapeutischer Behandlung. Dadurch werden Gelenkversteifungen vermieden und krankhafte Reflexmuster unterdrückt.

Nachsatz 18. September 2016

Ich denke aber auch daran, dass ich Vernachlässigung als Akzeptanz meines So-Seins missdeutet habe.

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Ich vermag es nicht

Bei einem Vermögen…sehe ich lediglich danach, worauf es sich bezieht und was es bewirkt. (Platon, Politeia, 477d)

Mit dem Vermögen wäre das „Können“ gemeint, und was es bewirkt ist – nach meiner Auffassung – die (gesellschaftsrelevante) Funktionalität meines Könnens oder eben meines nicht-Könnens.

Fremdes Land, fremde Körper

„Uns Behinderten ergeht es wie Ausländern, wo wir auch hinkommen. Immer wieder sollen wir die Landschaft unseres Körpers gegenüber Leuten rechtfertigen, die nie da waren oder es sich nur so weit vorstellen können, wie es der Behindertentourismus in Literatur, Film und Fernsehen mit immer denselben Geschichten vermittelt. Nur dass die Frage hier nicht lautet: Woher kommen Sie?, sondern: Was sind Sie und warum?“

(Emily Rapp: Versöhne den Herz. Aus dem Amerikanischen von Ina Pfitzner. Eden Books, 2014, S. 40)

Du, du, du!

Ich bin lange schon nicht mehr im „Duzalter“, ich bin 1,76 m groß, sehe aus wie ein „verwachsenes“ Kind oder ein verkrüppelter Teenager, man bzw. Frau zerrt mich gerne mal aus der Damentoilette, weil ich für einen „frechen jungen Mann“ gehalten werde, der mit affigen Bewegungen die Damen beschämen will, es wird immer mal wieder über den Körper spekuliert, in dem ich stecke, oder vom Körper auf den „Geist“ geschlossen, mein Körper provoziert, weil er „da“ ist.

Was mich brennend interessiert

Wer gab diesen Menschen das Recht, mich (auch tätlich!) anzugreifen, und warum (es passiert jeden oder jeden zweiten Tag): entweder pöbelt jemand unvermittelt (ganz „normale“ Händler auf dem Wochenmarkt) oder packt mich in der Menge im Einkaufszentrum am Arm und verdreht den Arm (ganz „normale“ Mitte-50-Jährige) oder eine ganz „normale“ älter Frau stößt mir an der Supermarktkasse mehrfach den Einkaufswagen heftig in die Kniekehlen, und als ich mich umdrehe und sie anhaspele, was das den solle, bekomme ich gesagt: „Ja so wie DU da stehst und jetzt wirstde auch noch frech“ (dieses „Behinderten-Du“, wirklich „nett“).

Damals vs Heute (Wo kommt das her, was ist das, wieso hat denn keiner….)

Ich bin so geboren, großartige Förderung gab es für mich nicht (heute würde man fördern), musste halt „irgendwie damit leben“, und je älter ich wurde, desto offensichtlicher wurde mein Nicht-Dazugehören (heute würde man mir den Willen zum Dazugehören vielleicht nicht mehr so vehement absprechen), lange Zeit gab es Fehldiagnosen, Fehlbehandlungen (heute würde man Ärzte dafür zur Rechenschaft ziehen).

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