Schlagwort: Selektiver Mutismus

Horror Vacui

Wenn ich ins Stocken komme beim Reden, meinen Faden suche, bekommt meine Gegenüber ein Zitronengesicht und fängt an, mit verstellter Stimme zu fragen, was sie „denn nun schon wieder falsch gemacht“ hätte – die Angst ist beiderseits.

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Warum ich beiseite bleiben muss?

Ich bin keine Soziopathin, nein, ich bin auch nicht „gewalttätig“, ich arbeite eigenständig, ich nehme keine Drogen, bin pünktlich, mein Lebenslauf ist voll mit „was-ich-schon-alles-gemacht-und-gelernt-habe“ (ist das ein Problem?), ja, ich dusche jeden Abend und wasche mir täglich die Haare (okay, ich habe eigentlich keine Haare, aber ansteckend ist das nicht), ich bewege mich vielleicht komisch, aber ich zerschlage kein Porzellan, mit Erwachsenen kann ich nicht immer reden, mit Kindern schon, ich habe eine Integrationsberaterin, die solidarisch mit den Arbeitgebern ist.

Sprich!

Kommunikation ist anstrengend für mich, und wenn ich noch ausschweifend, erklärend, in die Tiefe gehend werden soll („was meinst du, was ist das, erkär‘ mal, hä, versteh‘ ich nicht, ist mir zu kompliziert, sprich doch mal lauter, deutlicher, mit anderem Gesicht“) dann fange ich gar nicht erst an.