Schlagwort: Athetose

Als Athetose bezeichnet man eine Bewegungsstörung aus dem Formenkreis der Hyperkinesien, die durch langsame unkontrollierte schraubenförmige Bewegungen der Extremitäten gekennzeichnet ist.

Überlegungen bezüglich „Krankheit, Behinderung, Gesundheitssystem“

Ich möchte nicht anderen die Schuld geben oder mich in die Opferrolle einfinden, und trotzdem ist es immer wieder in meinen Gedanken: was wäre (gewesen), wenn ich mich besser verständlich machen könnte, wenn ich nicht „auch noch“ Autistin wäre – hätte es dann angemessene Behandlungen meiner Krankheiten gegeben, wäre dann alles nie so schlimm gekommen, wo würde ich heute stehen?

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Ja, ich bekomme gerne ein Kompliment

nein, ich will es nicht ablehnen, das Lob „es geht dir besser“, und möchte doch sagen: jeder Morgen ist schwer, ich habe den Jahreswechsel kaum geschafft, ich bin so müde – damit mache ich mir aber keine Freunde, Ärzte und Physiotherapeuten möchten Erfolge sehen, das kann ich ihnen nicht wegnehmen, ich bin auf sie angewiesen, sie müssen bei Laune bleiben.

Wünsche IV: Ich schäme mich so für meine Wünsche

Ich hatte mir, als meine beiden größten Wünsche, gewünscht, erstens regelmäßig (einmal die Woche 30 Minuten) Physiotherapie haben zu können und zweitens einen (!) Menschen etwas (!) näher zu kennen (so weit mir das mit meiner begrenzten Kennenlernfähigkeit möglich ist), was gibt es da also zu schämen, wenn ich nun, nach all den Jahren, auch mal eine regelmäßige Physio bekommen kann und auch mal jemanden ein winziges Stückchen persönlicher kenne?

Sinnlose Begeisterung

Tag der offenen Tür im Klinikum Nord: erst bin ich begeistert, dann fühle ich mich insuffizient, da ich mich bei der Erprobung minimalinvasiver Geräte und der Endoskope blöd anstelle; ist es möglich, dass es nicht die Geräte waren, sondern der Kontakt zu den beiden OTA und der Ärztin: sie  hören mich nicht, sie verstehen mein Sprechen nicht?

Ich vermag es nicht

Bei einem Vermögen…sehe ich lediglich danach, worauf es sich bezieht und was es bewirkt. (Platon, Politeia, 477d)

Mit dem Vermögen wäre das „Können“ gemeint, und was es bewirkt ist – nach meiner Auffassung – die (gesellschaftsrelevante) Funktionalität meines Könnens oder eben meines nicht-Könnens.