Schlagwort: Apraxie

Als Apraxie bezeichnet man eine neurologische Bewegungsstörung, die es unmöglich macht, erlernte, willkürlich zielgerichtete bzw. zweckmäßige Bewegungen durchzuführen. Apraxie kann angeboren oder erworben sein.

Warum ich beiseite bleiben muss?

Ich bin keine Soziopathin, nein, ich bin auch nicht „gewalttätig“, ich arbeite eigenständig, ich nehme keine Drogen, bin pünktlich, mein Lebenslauf ist voll mit „was-ich-schon-alles-gemacht-und-gelernt-habe“ (ist das ein Problem?), ja, ich dusche jeden Abend und wasche mir täglich die Haare (okay, ich habe eigentlich keine Haare, aber ansteckend ist das nicht), ich bewege mich vielleicht komisch, aber ich zerschlage kein Porzellan, mit Erwachsenen kann ich nicht immer reden, mit Kindern schon, ich habe eine Integrationsberaterin, die solidarisch mit den Arbeitgebern ist.

Advertisements

Wünsche IV: Ich schäme mich so für meine Wünsche

Ich hatte mir, als meine beiden größten Wünsche, gewünscht, erstens regelmäßig (einmal die Woche 30 Minuten) Physiotherapie haben zu können und zweitens einen (!) Menschen etwas (!) näher zu kennen (so weit mir das mit meiner begrenzten Kennenlernfähigkeit möglich ist), was gibt es da also zu schämen, wenn ich nun, nach all den Jahren, auch mal eine regelmäßige Physio bekommen kann und auch mal jemanden ein winziges Stückchen persönlicher kenne?

Sinnlose Begeisterung

Tag der offenen Tür im Klinikum Nord: erst bin ich begeistert, dann fühle ich mich insuffizient, da ich mich bei der Erprobung minimalinvasiver Geräte und der Endoskope blöd anstelle; ist es möglich, dass es nicht die Geräte waren, sondern der Kontakt zu den beiden OTA und der Ärztin: sie  hören mich nicht, sie verstehen mein Sprechen nicht?

Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun (Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

Ist das möglich: meine Lebensanleitungen sind erstellt durch mein „Supergehirn“, ich merke mir alles (zu oft auch ungewollt), ich muss es nur wissen, denn was ich nicht weiß oder was mir nicht gesagt wird, kann ich nicht lernen und mir daher nicht merken, also nicht anwenden und kann dann nicht leben.

Siehe auch: Schule

Ich vermag es nicht

Bei einem Vermögen…sehe ich lediglich danach, worauf es sich bezieht und was es bewirkt. (Platon, Politeia, 477d)

Mit dem Vermögen wäre das „Können“ gemeint, und was es bewirkt ist – nach meiner Auffassung – die (gesellschaftsrelevante) Funktionalität meines Könnens oder eben meines nicht-Könnens.

Ex negativo

Ich denke oft darüber nach, was ich nicht kann, wozu ich nicht fähig bin, „Können“ ist für mich verquickt mit „Funktionieren“.