Kategorie: Mai 2017

Bedürftig

Ich brauche keine Therapie, keine „Betreuung“, keine Arbeitsassistenz (vielleicht), ich bräuchte Freunde, nur die sind nicht zu kaufen, alles andere schon.

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Unabschätzbar

Manchmal verhält sie sich unerwartet, sagt „es tut mir leid“ wegen Missverständnissen oder Überreaktionen und ich weiß nicht, ob mich dieses Verhalten dann insgesamt nicht noch mehr verunsichert.

Jeder stirbt für sich allein

Ich würde in ein Hospiz gehen wollen, wenn es mir zu schlecht ginge, ich würde in diesem Fall nicht „Zuhause“ bleiben wollen (wo immer das ist), aber ich könnte nicht in ein Hospiz, wer sollte es bezahlen, wer sollte es für mich befürworten, wer würde diesen Plan unterstützen?

Bekannte Fakten (Zusatz 26. Mai)

Ich weiß: anderen Behinderten geht es ebenso oder schlechter, das Leben ist kein Ponyhof, man kann sich immer mehr wünschen, niemand mag eine, die immer meckert, man muss positiv bleiben, ein freundliches Gesicht zeigen, in anderen Ländern ist das Gesundheitssystem nicht so gut wie in diesem Land, eigentlich geht es doch ganz gut, auch Menschen ohne Behinderung bekommen nicht immer alle Wünsch erfüllt, es gibt Menschen, die auf der Straße leben oder ihre Heimat verlassen mussten, und was die Nichtbehinderten betrifft: für die ist es halt total schwierig, wegen „Berührungsängsten“….

Tu was

Sag bloß nicht, dass es nicht geht

Tu was

Eine „Vereinigung“ gründen oder eine „Selbsthilfegruppe“, „zum Anwalt“ gehen oder gleich „an den Bürgermeister schreiben“, nein, „an die Bundeskanzlerin“, und vorher „eine Demo organisieren“….klar, das alles soll ich allein tun, weil es ja ach so viele gibt wie mich, weil ja die große Lobby hinter mir steht, die Armee der voll erwerbsgeminderten, chronisch kranken, frühgeborenen, mehrfachbehinderten weiblichen Autisten, die alle darauf warten, dass ich allein für sie alle kämpfe, denn „dann tustde wenigstens was Sinnvolles“ (wird mir gesagt).

Umspringen

Zum Beispiel: wenn ich absolut erschöpft bin und mir Worte nicht einfallen vor Angst und Erschöpfung, dann tracktiert jemand mich wortreich, wie an Weihnachten, wie an meinem Geburtstag, als ich nicht backen durfte, als die Kerzen nicht brennen durften, weil ich Wasser im Gesicht hatte und keine geraden Sätze sprach aus Bösartigkeit – und ich weiß es, eines Tages wird mir etwas Schlimmes widerfahren, weil ich der schlechteste Mensch bin, den ich kenne.