Vielen Dank, behaltet Eure Blumen

Oh ja, ich bin eine „Inspiration“, „bewundernswert“, „tapfer“,  an mir „kann man was lernen“ und – ja, ja, ich weiß – ihr „könntet das nicht“ und würdet das „nicht aushalten“ (geschenkt!)

Emily Rapp schreibt über ihren schwerst behinderten Sohn und über ihre eigene Behinderung:

„Es war nicht der Sinn von Ronans Leben, mich etwas zu lehren. Wie oft sagen wir das über Menschen, die unserer Auffassung von normal nicht entsprechen, doch ich empfinde es als bemitleidend, herablassend und eine Form der Distanzierung von unserer körperlichen Angreifbarkeit und Hinfälligkeit unseres Lebens. Ich glaube nicht, dass Behinderte dazu da sind, anderen Leuten etwas beizubringen – das ist nicht ihre Bestimmung; niemand hat diese Bestimmung. Wir sind nicht ‚die Behinderten‘, eine formlose, wimmelnde Masse aus nicht-normativen Körpern, die für pädagogischen Zwecke geschaffen wurden, eine Art extra dafür gezüchtete Horde von Barbaren.“

(Emily Rapp: Versöhne den Herz. Aus dem Amerikanischen von Ina Pfitzner. Eden Books, 2014, S. 126f)

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