Monat: Juli 2016

Nicht mein Satz

Wenn du mich lieben würdest, dann würdest du mein Leben mit deinen Behinderungen nicht so schwer machen.

Vor allem eins, mein Kind (Lug und Trug II)

Ich werde dazu aufgefordert, genau zu rechtfertigen, was ich benötige, wie ich bin (und warum), was mein „Problem“ sei, und dabei möge ich bitte ganz ehrlich sein; doch dann – wieder – möchten meine Professionellen, meine Angehörigen und alle die Menschen, die mit mir in dieser Welt leben (denn wir leben in einer Welt, ich lebe doch gar nicht „in einer anderen Welt“) sich die Wahrheit nicht zumuten: wie ich denn so unverblümt sein könne.

Der Fehler liegt bei der allzu großen Aufrichtigkeit. Wer lügt, schämt sich, denn an jeder Lüge muß er das Unwürdige der Welteinrichtung erfahren, die ihn zum Lügen zwingt, wenn er leben will, und ihm dabei auch noch „Üb immer Treu’ und Redlichkeit“ vorsingt (Adorno, Minima Moralia 9)

Beiträge von Anfang an lesen

Homefullness

kenne ich so lange, wie ich auf das Haus zugehe, auf die Türschwelle zu, doch am Ende der Treppe bricht das Gefühl weg, und das Drehen des Schlüssels wird so große Anstrengung, dass im Vorflur der einzige Gedanke darauf zielt, kontaktlos in einem Raum verschwinden zu dürfen.

(Homefullness: das erleichterte Gefühl, eine Reise zu Ende gebracht zu haben und zurück nachhause/in die unmittelbare Umgebung des Zuhauses zu kommen)

Zusatz 24.Juli

Für mich ist das nachhause-Kommen schlimm, weil es ein Schwellenmoment ist, und Schwellenmomente halte ich schwer aus, kann kaum damit umgehen: von einer Wirklichkeit in die andere, von einem Zustand in den nächsten, durch eine Tür in die unkalkulierbare Fremde.